In vielen Designteams gilt eine unausgesprochene Regel: Wer Performance optimiert, muss auf Asthetik verzichten. Diese Annahme ist falsch, und sie kostet echtes Geld.
Woher das Vorurteil stammt
In den fruhen 2010er-Jahren war der Kompromiss real. Hochauflosende Bilder, komplexe Animationen und Web-Fonts frassen Ladezeit. Browser und Infrastruktur waren noch nicht da, wo sie heute sind.
Wer damals schlechte Erfahrungen mit Performance-Anforderungen gemacht hat, tragt diese Erfahrung oft bis heute mit. Die technische Realitat hat sich geandert, die Meinung nicht.
Was aktuelle Daten zeigen
Das HTTP Archive misst regelmasig reale Seitengewichte. Seiten mit Designpreisen und hoher visueller Qualitat liegen 2024 im Median bei 1,8 MB Gesamtgewicht. Durchschnittliche Unternehmensseiten ohne Designanspruch kommen auf 2,4 MB, weil niemand aufgeraumt hat.
Gutes Design zwingt zur Entscheidung: Was bleibt, was geht, was wird ersetzt. Schlechtes Design akkumuliert einfach alles.
Wo die eigentlichen Probleme entstehen
Laut WebPageTest-Auswertungen verursachen nicht Designelemente die grossten Performance-Probleme, sondern schlecht eingebundene Analytics-Scripts, ungenutzte CSS-Frameworks und fehlende Bildkomprimierung.
Ein Webdesigner, der nicht weiss, was ein LCP-Wert ist, hat eine Lucke in seiner Ausbildung, kein asthetisches Privileg.
Performance und Design sind keine konkurrierenden Ziele. Sie werden nur selten von denselben Personen gleichzeitig verantwortet, und das ist das eigentliche Problem.